Seit 70 Jahren Schäffler: 
    Bei der MÜNCHENSTIFT wecken die Tänzer Erinnerungen

    19. Januar 2026

    Im MÜNCHENSTIFT-Haus St. Martin sind die Schäffler aufgetreten. Im Publikum zugesehen hat Franz Marx. Er ist Jahrgang 1929 und seit 70 Jahren Mitglied im Verein. Dreimal hat er selbst mitgetanzt.

    „Viele unserer Bewohner:innen hat der Auftritt sehr bewegt“, sagt MÜNCHENSTIFT-Hausleitung Benjamin Gaß, der die Gruppe mit seinem Team zum Auftritt nach Giesing geholt hat. „Sie verbinden mit den Schäfflern Erinnerungen an früher. Manche hatten Tränen in den Augen, als wir ihnen erzählt haben, dass sie kommen.“

    Etwas ganz Besonderes war der Auftritt für Franz Marx. Er ist seit mehr als 70 Jahren Mitglied bei den Schäfflern. Über drei Tanzperioden hat er selbst getanzt, unter Buchsbögen, mit grüner Schlegelkappe und in roter Jacke. Heute hängt die Urkunde zu 70 Jahren Vereinsmitgliedschaft in seinem Zimmer bei der MÜNCHENSTIFT.

    Tanz alle sieben Jahre

    Seinen Vereinskollegen hat Marx, Jahrgang 1929 und ehemaliger Angestellter einer großen Münchner Brauerei, am vergangenen Freitag (16.01.26) vom Rollstuhl aus zugesehen. Er sagt: „Ich freue mich sehr darüber, dass ich dank des Besuches der Schäffler im MÜNCHENSTIFT-Haus St. Martin noch einmal die Gelegenheit hatte, meinen Kameraden beim Tanzen zuzusehen. Ich erinnere mich gerne an die Zeit als Schäffler zurück. Die Arbeit war körperlich anstrengend, aber wir hatten eine gute Kameradschaft und vor allem in den Jahren mit den Auftritten waren wir besonders stolz auf unsere Zunft“.  

    Die Schäffler treten alle sieben Jahre in München und anderen Orten in Bayern auf. Lediglich 2022 wichen sie von ihrem Rhythmus ab, Grund war die Corona-Pandemie. Ihr Gründungsmythos besagt, dass die Schäffler (Fassbauer) nach einer überstandenen Pestepidemie die Menschen tanzend wieder auf die Straße holen und ihnen Lebensfreude zurückgeben wollten.