MÜNCHENSTIFT organisiert die Pflege neu      

    05. August 2026

    Ein Erfolg: Primary Nursing bei der MÜNCHENSTIFT. Hinter dem Begriff steht ein modernes Konzept, mit dem die städtische Seniorendienstleisterin den Herausforderungen in der Pflege begegnen will.

    Mit der Einführung von Primary Nursing hat die MÜNCHENSTIFT eine zusätzliche Führungsebene in der Pflege geschaffen: Primary Nurses bei der MÜNCHENSTIFT sind Fachkräfte, die ein kleines Team Mitarbeitender führen und Verantwortung übernehmen für eine feste Gruppe von bis zu 12 Bewohner:innen.

    Erste Führungsebene

    „Ziel ist es, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und gleichzeitig höhere Betreuungs-Qualität für die Bewohner:innen zu schaffen“, sagt Predrag Savic, Prokurist bei der MÜNCHENSTIFT. „Primary Nursing ist die erste Führungsebene, die wir in den Häusern der MÜNCHENSTIFT etabliert haben. Mitarbeitende auf dieser Hierarchiestufe übernehmen mehr Verantwortung und können Entscheidungen eigenverantwortlich treffen. Kurze Entscheidungswege, die tägliche Begleitung ihres Teams und die unmittelbare Steuerung im pflegerischen Alltag sind wesentliche Elemente dieses Konzepts.“  

    Das passt zu aktuellen Entwicklungen: In den vergangenen Jahren hat der Pflegeberuf eine stetige Aufwertung erfahren. Seit ihrer Einführung 2020 stellt die generalistische Pflegeausbildung Absolvent:innen breiter auf, dazu kommt die Akademisierung. Nicht zuletzt sind auch die Gehälter gestiegen. Eine Pflegefachkraft, die nach einer drei Jahre langen Ausbildung bei der MÜNCHENSTIFT startet, verdient im ersten Berufsjahr ein monatliches Tarifgehalt von rund 4000 Euro plus Zulagen.

    Verantwortung für den Menschen, nicht für Tätigkeiten

    Anders als bei der Bezugspflege, bei der die Pflegefachkraft die Verantwortung nach dem Schichtende an Kolleg:innen übergibt, verbleibt die Verantwortung für eine Bewohnerin oder einen Bewohner durchgehend bei der Primary Nurse. Ihr Team arbeitet ihr zu, sie gestaltet die Zusammenarbeit im Alltag und ist die erste Ansprechperson für ihre Mitarbeitenden.

    Für die Bewohner:innen der MÜNCHENSTIFT heißt das: Sie haben eine Primary Nurse, die ihre feste Anlaufstelle ist und sie und ihre individuellen Bedürfnisse genauestens kennt. Die Primary Nurse ermittelt den Pflegebedarf, macht die Pflegeplanung und evaluiert die Ergebnisse. Sie hält alle Fäden in der Hand. Unterm Strich bedeutet das: Die Primary Nurse hat Verantwortung für den Menschen, nicht für einzelne Tätigkeiten.

    In der Gruppe von Frau Müller

    So entstehen zwischen Bewohner:innen und Primary Nurse eine familiäre Atmosphäre, eine enge, vertrauensvolle Beziehung und ein Gefühl der Sicherheit, von der Bewohner:innen sowie An- und Zugehörigen profitieren: Bewohner:innen leben dann „in der Gruppe von Frau Müller“ und nicht „auf Wohnbereich 3“.  

    Mittlerweile ist das Modell in vier von neun Häusern der MÜNCHENSTIFT fest implementiert, fünf haben mit der Umstrukturierung begonnen. 2027 soll das Projekt im ganzen Unternehmen abgeschlossen sein.